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Du hast eine Abmahnung erhalten?

Was Du tun solltest, wenn Du von Deinem Chef abgemahnt wurdest!

Was ist eine Abmahnung?

Mit einer Abmahnung bringt Dein Chef zum Ausdruck, dass Du gegen eine Pflicht aus Deinem Arbeitsvertrag verstoßen hast. Bei einem Arbeitsvertrag handelt es sich um ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis. Das heißt, dass Dein Chef von Dir dauerhaft - und nicht nur einmalig - die Arbeitsleistungen verlangen kann, die in Deinem Arbeitsvertrag festgelegt sind. Dafür erhältst Du im Gegenzug Deinen Lohn. Kommst Du Deiner Pflicht nicht ordentlich nach, kommt es zur Abmahnung.

Juristisch gesehen gehört die Abmahnung also zum Arbeitsrecht. Kompliziert ist, dass es in Deutschland nicht ein einziges Arbeitsgesetz, sondern über 30 Gesetze gibt, in denen einzelne Bereiche geregelt sind. Du solltest Dich also nicht allein darauf verlassen, die richtigen Paragraphen für Dein Problem zu finden - oft gibt es Ausnahmen, die Du nicht gesehen hast.

In § 314 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) - Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund - heißt es: "Besteht der wichtige Grund in der Verletzung einer Pflicht aus dem Vertrag, ist die Kündigung erst nach erfolglosem Ablauf einer zur Abhilfe bestimmten Frist oder nach erfolgloser Abmahnung zulässig."

Das Mahnschreiben Deines Chefs ist also nicht nur ein Hinweis auf Dein Fehlverhalten, sondern möglicherweise die Vorbereitung für eine sogenannte verhaltensbedingte Kündigung. Du solltest Dich also über das Thema Kündigungsschutz informieren!

Die Abmahnung kann formal gesehen auch mündlich erfolgen - aus Beweisgründen ist jedoch ein Schreiben üblich. Inhaltlich muss klar erkennbar sein, worin Deine Pflichtverletzung besteht. Weiterhin muss eine deutliche Warnung enthalten sein, dass Du im Wiederholungsfall mit einer verhaltensbedingten Kündigung zu rechnen hast. Der Arbeitgeber fügt dieses Abmahnungsschreiben anschließend zu Deiner Personalakte hinzu und nutzt es bei einer späteren Kündigung als Beweismittel.

Sollte Dein Chef nur Dein Fehlverhalten bemängeln und keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen bei einer Wiederholung ankündigen, liegt eine sogenannte Ermahnung vor. Die Gefahr einer Kündigung besteht dann also noch nicht. Im Regelfall wird eine Ermahnung mündlich erteilt. Falls Zeugen anwesend waren, solltest Du Dir von ihnen bestätigen lassen, dass Dir nicht mit einer Kündigung im Wiederholungsfall gedroht wurde. Hat Dein Chef Dir die Ermahnung schriftlich erteilt, solltest Du das Schreiben am besten einem erfahrenen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht vorlegen und von ihm prüfen lassen.

Muss eine arbeitsrechtliche Abmahnung innerhalb einer bestimmten Frist ausgesprochen werden?

Im Arbeitsrecht wird keine Frist genannt, innerhalb derer Dein Arbeitgeber Dich nach Deinem Fehlverhalten abmahnen muss. Er kann also auch Wochen warten, bevor er Dich abmahnt. Was er definitiv nicht darf: Er darf Dich nicht abmahnen und Dir später wegen diesem einen Vorfall kündigen. Dies darf er nur, wenn Du Dein Fehlverhalten wiederholst. Die Abmahnung soll zu einer letzten Chance zur Besserung führen; gleich beim ersten Vergehen zu kündigen, wäre widersinnig. Eine Ausnahme gilt nur für besonders schwere Pflichtverletzungen - zum Beispiel Diebstahl von Waren oder Installation von Anonymisierungssoftware auf dem Firmenrechner. In diesem Fall müsste nicht zuerst abgemahnt werden, bevor es zur Kündigung kommt.

Du kannst Dir Folgendes merken: Eine Ausnahme von der Abmahnung vor der Kündigung ist nicht zulässig, wenn Dein Verhalten nicht ohne Weiteres als Pflichtverletzung erkennbar gewesen wäre und Du nicht von Vornherein mit der Ablehnung des Chefs gegenüber Deinem Verhalten rechnen musstest. Anders gesagt, eine Abmahnung für die spätere Kündigung ist nicht notwendig, wenn Du eindeutig weißt, dass Du das Vertrauen Deines Chefs missbrauchst.

Ebenso wie Dein Chef musst Du keine Frist einhalten, wenn Du gegen eine Abmahnung Widerspruch einlegen möchtest.

In Zusammenhang mit dem Kündigungsschutz ist eine weitere Frage wichtig: Wie viel Zeit muss vergehen, damit die Wiederholung eines abgemahnten Fehlverhaltens nicht als Kündigungsgrund genutzt werden kann? Leider beruht das Arbeitsrecht zu einem Großteil auf Gerichtsentscheidungen. Das macht es schwierig, genaue Zeiten zu benennen. Ein neues Urteil kann den Verlauf von zukünftigen Arbeitsgerichtsprozessen verändern und damit bekannte Fristen aufheben. Arbeitgeber versuchen daher nicht nur das laufende Verfahren gegen einen Mitarbeiter zu gewinnen, sondern sichern ihre Position auch für zukünftige Prozesse ab.

Nicht selten gehen Klagen zum Kündigungsschutz zu dem nächst höheren Gericht, wenn der Arbeitgeber befürchten muss, dass bei einer verlorenen Klage weitere "Nachahmer" folgen könnten. Die ausgesprochenen Kündigungen können dann unwirksam sein, weil eine Abmahnung doch vorher notwendig gewesen wäre. Denn wenn es um den Zeitraum zwischen zwei Abmahnungen mit gleichem Grund geht, wird besonders häufig gestritten - über den aktuellen Stand der Rechtslage kann Dich ein Rechtsanwalt aus dem FragRobin-Netzwerk im Rahmen eines kostenlosen Erstberatungsgesprächs informieren.

Wichtig ist daher für Dich, Deine Verwarnung von einem Experten überprüfen zu lassen. Mit seiner Hilfe sicherst Du Deinen Kündigungsschutz ab, denn ein Fehler in der Abmahnung kann zu ihrer Ungültigkeit führen. Eine ungerechtfertigte Rüge muss aus Deiner Personalakte entfernt werden. Selbst wenn Du den gleichen Fehler noch einmal begehst, darf Dein Arbeitgeber dies nicht als Wiederholung auslegen. Vereinbare daher sofort einen Termin mit einem FragRobin-Partneranwalt, wenn Du einen bösen Brief vom Chef bekommst!

Wie muss der Widerspruch bei einer Abmahnung aussehen?

Abmahnung - was tun, wenn man vom Chef abgemahnt wird?

Das Recht auf einen Widerspruch ergibt sich aus dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) - genauer aus den §§ 83ff. BetrVG (Beschwerderecht). Du musst zwar keine Formvorschriften für Deine Gegendarstellung einhalten - dennoch solltest Du sie schriftlich einreichen. Der Arbeitgeber muss auf Deinen Widerspruch nicht antworten, sondern kann ihn in Deiner Personalakte ablegen.

Zum Inhalt des Widerspruchs: Entscheidend ist, dass nicht Du Deine Unschuld beweisen musst! Vielmehr muss Dein Arbeitgeber nachweisen, dass Du einen schwerwiegenden Fehler begangen hast, der Grund genug für die Verwarnung war. Sollte Dein Chef diesen Beweis nicht erbringen können, wäre die Rüge ungültig und dürfte zukünftig nicht mehr gegen Dich verwendet werden. Deshalb ist es wichtig, die Formulierung des Widerspruchs einem erfahrenen Rechtsanwalt zu überlassen, um Deinen Kündigungsschutz nicht zu gefährden.

Wie berechnet sich der Streitwert bei einer Abmahnung?

Der Streitwert ist die Grundlage für die Berechnung der Gerichts- und Anwaltskosten. Wenn es um einen Widerspruch gegen die Abmahnung geht, bewegt sich der Streitwert je nach Gericht zwischen einem halben und bis zu zwei Brutto-Monatsgehältern des Arbeitnehmers. Falls sich der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer vor Gericht wegen einer Kündigungsschutzklage streiten, steigt der Streitwert in der Regel auf drei Brutto-Monatsgehälter.

In der frühen Phase des Widerspruchs gegen ein Mahnschreiben Deines Chefs kann eine umfassende juristische Beratung die Lage entspannen. Zumindest kann verhindert werden, dass Du trotz einer fehlerhaften Verwarnung verhaltensbedingt gekündigt wirst.

Auch für Dich als Arbeitnehmer birgt ein Arbeitsgerichtsverfahren finanzielle Risiken - speziell wenn Du ohne Rechtsberatung gegen Deinen Arbeitgeber vorgehst. Fehler oder Versäumnisse in der Klagevorbereitung können dazu führen, dass das Gericht gegen Dich entscheidet. Bei einer juristischen Beratung kommt es auf die Qualität und die schnelle Erreichbarkeit an. Deine Fragen sollten Dir kompetent beantwortet werden. Vereinbare daher sofort nach Erhalt eines Mahnschreibens von Deinem Chef einen Termin für ein unverbindliches Erstberatungsgespräch mit einem unserer erfahrenen Rechtsanwälte!

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Was sollte ich bei Erhalt einer Abmahnung tun?

Ein erfahrener Anwalt für Arbeitsrecht weiß, was bei einer Abmahnung zu tun ist, und kann Dir helfen, Deine Rechte zu wahren.
Ruf uns an und vereinbare einen kostenlosen und unverbindlichen Erstberatungstermin bei einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Deiner Nähe:
Kostenlose Service-Hotline: 0800 800 30 08 (Mo.-Fr. 9:30-18:30 Uhr)

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