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Du hast eine Kündigung erhalten? Prüfe Deinen ALG-Anspruch

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses wirbelt nicht nur den Alltag des Betroffenen durcheinander. Vor allem die finanziellen Einbußen können schlaflose Nächte verursachen. Die erste Pflicht, die Du in einem solchen Fall zu erfüllen hast, ist die persönliche Meldung der bevorstehenden Arbeitslosigkeit bei der Agentur für Arbeit. Die Behörde prüft nunmehr, ob Dir ein sozialversicherungsrechtlicher Anspruch aus der Arbeitslosenversicherung zusteht. Die Voraussetzungen, damit Du das sogenannte Arbeitslosengeld I bekommst, sind die Folgenden:

  • Du musst vor dem Eintritt Deiner Erwerbslosigkeit in einem Zeitraum von zwei Jahren mindestens an insgesamt 360 Tagen sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein.
  • Durch Ausübung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung musst Du entsprechende Beiträge in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.
  • Der Fall der Erwerbslosigkeit muss eingetreten sein. Diese Voraussetzung klingt zwar banal. Sie regelt allerdings, dass Du nicht einmal mehr vorübergehend in einem Beschäftigungsverhältnis stehen darfst (Ausnahme: Nebenjobs, bei denen die wöchentliche Arbeitszeit unter 15 Stunden liegt).
  • Du musst für das Arbeitsamt auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln sein.
  • Zuletzt dürfen bei Dir auch keine Gründe vorliegen, die einer Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen entgegenstehen.

Wann ist die Zahlung von Arbeitslosengeld I ausgeschlossen?

Die Voraussetzungen zeigen, dass die Zahlung von Arbeitslosengeld I ausgeschlossen ist, wenn das versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis für weniger als zwölf Monate bestanden hat. Hast Du bereits das reguläre Rentenalter erreicht, ist Dein Anspruch ebenfalls erloschen. Dasselbe gilt für arbeitslose Beamte sowie Selbstständige und Freiberufler, falls diese sich nicht freiwillig der Arbeitslosenversicherung angeschlossen haben.

Arbeitslosengeldrechner: Welche Pflichtangaben sind notwendig?

Soweit die Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld I vorliegen, geht es im zweiten Schritt um die Anspruchshöhe. Wie viel Geld Dir zusteht, kannst Du mit FragRobin Arbeitslosengeldrechner selbst nachvollziehen. Dabei sind einige Pflichtangaben notwendig:

  • Wichtig ist das durchschnittliche Bruttoeinkommen, dass Du in den vergangenen zwölf Monaten erwirtschaftet hast. Das Bruttoeinkommen bildet auch den Maßstab für die Beitragsbemessungsgrenze. Bis zu dieser Grenze wird der volle Anteil bei den gesetzlichen Sozialversicherungen berücksichtigt. Liegt Dein Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze, wird der darüber liegende Teil bei der Beitragshöhe nicht berücksichtigt.
  • Hast Du neben Deinem Verdienst auch noch einen Geldwerten Vorteil bezogen, musst Du auch dazu Angaben machen. Ein Geldwerter Vorteil liegt zum Beispiel vor, wenn Dir vom bisherigen Arbeitgeber ein Firmenfahrzeug überlassen worden ist. Dadurch wird Dein anrechenbares Bruttoeinkommen erhöht.
  • Neben dem Kalenderjahr der eingetretenen Arbeitslosigkeit wird auch noch die Steuerklasse verlangt. Die Steuernummer findest Du auf der jährlichen Steuermitteilung. Falls Du diese nicht zur Hand hast, kannst Du auch bei Deinem zuständigen Finanzamt nachfragen.
  • Besonders wichtig ist auch die Angabe des Bundeslandes, in dem Du Deinen gewöhnlichen Aufenthalt hast. Bei der Leistungsgewährung gibt es regionale Unterschiede bezüglich der Höhe der Leistung. Das ist dem Umstand geschuldet, dass die Lebenshaltungskosten in Großstädten, wie zum Beispiel in München, Berlin oder Hamburg, höher sind als in ländlichen Gebieten.
  • Zuletzt möchte das Arbeitsamt noch von Dir wissen, ob Du Kinder hast, die unter Umständen unterhaltsberechtigt sind.

So gehst Du richtig vor!

Bei so vielen Faktoren, die Einfluss auf Deine Anspruchshöhe haben, solltest Du spätestens mit der Zustellung des Bescheids selbst noch einmal nachrechnen. Bedenke, dass bei der Agentur für Arbeit auch nur Menschen sitzen, denen immer mal ein Fehler unterlaufen kann. Hinzu kommt die Arbeitsbelastung, über die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort häufig klagen. Das alles sind potentielle Fehlerquellen. Insofern Du ein Problem mit dem Arbeitslosengeldrechner hast, empfehlen wir Dir die Hinzuziehung eines spezialisierten Rechtsbeistandes. Das gilt umso mehr, falls sich die Arbeitsagentur verrechnet hat. Unsere qualifizierten Anwältinnen und Anwälte werden umgehend für Dich tätig. Oftmals vergehen mehrere Monate bis eine Korrektur vorgenommen wird. Das Verfahren verzögert sich deutlich, wenn der Anspruch gerichtlich durchgesetzt werden muss. Während dieser Zeitspanne musst Du mit finanziellen Nachteilen rechnen, auch wenn Dir der Differenzbetrag bei einem bestehenden Anspruch nachträglich ausgezahlt wird. Nicht selten müssen Betroffene sogar einen Kredit aufnehmen, um die laufenden Kosten zu decken. Daher solltest Du keine Zeit verlieren, um Deinen Anspruch zu berechnen, und im Zweifelsfall auch durchzusetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II?

Beim ALG-Anspruch ist zwischen Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II zu unterscheiden. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die Leistungshöhe im Rahmen von Arbeitslosengeld I nicht fix berechnet wird. Derjenige Arbeitslose, der über den festgelegten Zeitraum in das gesetzliche Sozialversicherungssystem eingezahlt hat, hat einen Anspruch von mindestens 60 % vom letzten Nettoverdienst. Demgegenüber handelt es sich beim Arbeitslosengeld II, das im Volksmund auch Hartz IV genannt wird, um eine Grundsicherungsleistung des Staates. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden feste Regelsätze bestimmt. Die Höhe richtet sich daher nach der Lebenssituation des Antragstellers. Müssen Kinder ebenfalls mitfinanziert werden, werden unterschiedlich hohe Beträge gezahlt. Dabei wird aber auch das Alter der Kinder berücksichtigt. Wer Hartz IV bezieht, kann auch einen Antrag stellen, um Mehrbedarf geltend zu machen. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn der Antragsteller alleinerziehend ist. Des Weiteren übernimmt die staatliche Finanzierung auch die Kosten, die für eine angemessene Unterkunft anfallen.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied besteht bei der Bezugsdauer

Arbeitslosengeld I wird für einen Zeitraum von 6-24 Monaten gezahlt. Wie lange der Anspruch besteht ist zum einen von der Dauer der versicherungspflichtigen Tätigkeit abhängig. Zum anderen spielt auch das Lebensalter eine große Rolle. Bis zur Vollendung des 50. Lebensjahrs liegt die Bezugsdauer bei zwölf Monaten, wenn das Arbeitsverhältnis zuvor mindestens 24 Monate bestanden hat. Bei zwölf Monaten erhalten Betroffene über einen Zeitraum von sechs Monaten Arbeitslosengeld I. Die maximale Bezugsdauer von 24 Monaten wird erreicht, wenn der Arbeitslose das 58. Lebensjahr vollendet hat und mindestens 48 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen ist. Demgegenüber wird Arbeitslosengeld II so lange gewährt, wie der Betroffene hilfebedürftig im Sinne von § 9 SGB II ist. Hilfebedürftigkeit ist zu bejahen, wenn es ihm finanziell nicht möglich ist, den täglichen Bedarf zu decken.

Wann kann mein Arbeitslosengeld gekürzt werden und welche Pflichten habe ich?

Unter gewissen Umständen kann die Höhe vom Arbeitslosengeld I auch gekürzt werden. Jedem Arbeitslosengeldempfänger wird die Möglichkeit gewährt, monatlich etwas hinzu zu verdienen. Der monatliche Freibetrag liegt bei 165 €. Die Nebentätigkeit darf wöchentlich nicht mehr als 15 Stunden ausmachen. Falls Du durch einen Nebenerwerb mehr als 165 € verdienst, wobei Du auch mehr als 15 Stunden pro Woche tätig bist, musst Du mit entsprechenden Kürzungen rechnen.

Übrigens hast Du während der Zeit der Erwerbslosigkeit auch einige Pflichten zu erfüllen. Du musst Dir vorstellen, dass nunmehr der Staat Dein Arbeitgeber ist. Das bedeutet, dass Du auch alle Termine, die Dir im Sinne von § 309 SGB III übermittelt werden, einzuhalten hast. Möchte Dein Sachbearbeiter daher mit Dir ein Gespräch führen, und fehlst Du bei diesem unentschuldigt, kann er eine Sperrzeit von einer Woche verhängen. Von Dir wird schlichtweg erwartet, dass Du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst. Spontane Reisen sind mitunter schwierig zu realisieren, weil Du an jedem Wochentag erreichbar sein musst. Du solltest daher jede Ortsabwesenheit vorab mit Deinem persönlichen Vermittler besprechen. Möglicherweise planst Du auch einen längeren Auslandsaufenthalt. Die Frage die sich nunmehr stellt ist, ob Dir dennoch das Arbeitslosengeld I ausgezahlt wird? Hierbei ist zu unterscheiden, ob Dich die Reise in ein anderes EU-Land führt, um direkt vor Ort nach Arbeit zu suchen. Dann kann der Versicherungsträger das Arbeitslosengeld bis zu drei Monate auszahlen. Prinzipiell musst Du dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, was in diesem Fall nicht gegeben ist. Möchtest Du allerdings die EU verlassen, um beispielsweise in den vereinigten Staaten Dein Glück zu versuchen, wirst Du keine Zahlung erhalten.

Du bist darüber hinaus auch verpflichtet, an den Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen, die Dir von der Arbeitsagentur mitgeteilt werden. Außerdem musst Du alles dafür tun, um Deine Arbeitslosigkeit schnellstmöglich zu beenden. Praktisch bedeutet dies, dass Du regelmäßig nach geeigneten Stellenangeboten Ausschau hältst, um Dich darauf zu bewerben. Etwas anderes gilt nur, wenn Dein persönlicher Sachbearbeiter mit Dir etwas abweichendes vereinbart hat.

Was ist die Sperrzeit beim Arbeitslosengeld und wie umgehe ich sie?

In manchen Fällen soll das Arbeitsverhältnis auch durch einen Aufhebungsvertrag beendet werden. In diesem endet Deine Arbeitspflicht an einem konkreten Tag. Um dem bisherigen Arbeitnehmer die Entscheidung leichter zu machen, bieten viele Arbeitgeber die Zahlung einer bestimmten Summe X an. Bei dieser Variante ist allerdings Vorsicht geboten, weil Du dadurch möglicherweise eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen gemäß § 159 Abs. 3 SGB III hinnehmen musst. Die Sperrzeit verlängert sich sogar, wenn Dein Anspruch auf Arbeitslosengeld I länger als zwölf Monate besteht.

Begründet wird dieses Vorgehen damit, dass Du selbst daran mitgewirkt hast, dass das Beschäftigungsverhältnis gelöst wird. In der Regel wird der die Arbeitsagentur daher unterstellen, dass Du Deine eigene Erwerbslosigkeit zumindest grob fahrlässig herbeigeführt hast. Derartige Fälle solltest Du auf jeden Fall von einem unserer Partneranwälte prüfen lassen. Bei den Sozialgerichten und innerhalb der Verwaltungspraxis gibt es nämlich Ausnahmen von der Sperrzeit.

Unsere arbeits- und sozialrechtlich ausgebildeten Anwälte verhelfen Dir zu Deinem Recht

Insbesondere die einschlägigen Normen der verschiedenen Sozialgesetzbücher sind sehr verstreut. Die Situation des Jobverlustes ist ohnehin schon schwierig genug, sodass Betroffene verständlicherweise häufig nicht mehr in der Lage dazu sind, die einzelnen Paragraphen richtig zu erlernen. Im schlimmsten Fall versäumen sie es sogar, berechtigte Ansprüche geltend zu machen. Das kann Dir mit unserem Netzwerk nicht passieren. Wir kooperieren ausschließlich mit spezialisierten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Um Dir ein Bild von unserem Service und seiner Qualität zu machen, bieten wir Dir Möglichkeit an, ein kostenfreies Ersteinschätzung Deiner Rechtslage in Anspruch zu nehmen.

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