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Nettoabfindung

Was bleibt von meiner Abfindung nach Abzug der Steuern übrig?

Muss ich meine Abfindung versteuern?

Ja! Wenn Dir Dein Arbeitgeber eine Abfindung zahlt, musst Du diese in der Regel voll versteuern. Da Dein zu versteuerndes Einkommen nun größer wird, steigt Dein Steuersatz entsprechend an. Die Nettoabfindung ist die Summe Deiner Abfindung nach Abzug der Steuern. Die Berechnung dieser Nettoabfindung ist komplex und von verschiedenen Faktoren abhängig.So kann zum Beispiel die sogenannte Fünftelregelung zum Einsatz kommen.

Was ist die Fünftelregelung?

Durch die Fünftelregelung musst Du Deine Abfindung nur so versteuern, als hättest Du sie über fünf Jahre verteilt erhalten. Du rutscht also nicht durch einen einmaligen Großbetrag in eine höhere Steuerklasse und sparst somit Steuern.

Damit die Fünftelregelung angewendet werden kann, gibt es zwei Voraussetzungen:

  • Die Abfindung muss Dir innerhalb eines Kalenderjahres gezahlt werden. Du solltest also unbedingt darauf achten, dass Du die gesamte Abfindung innerhalb dieses Zeitraums erhältst. Die Auszahlung kann entweder in Form einer Einmalzahlung oder in Form mehrerer Teilzahlungen erfolgen.

Beispiel: Endet das Arbeitsverhältnis zum 1. August 2017 muss die Abfindung bis zum 31. Dezember 2017 gezahlt worden sein - sie zählt noch als Einnahme für 2017. Eine Teilzahlung ab dem 1. Januar 2018 würde als Einnahme für 2018 gelten. Die Abfindung würde sich dann auf die Steuerjahre 2017 und 2018 aufteilen. Die für Dich günstige Fünftelregelung wäre dann zwar noch anwendbar, aber nicht mehr so gut, wie sie sein könnte.

  • Außerdem muss durch die Zahlung der Abfindung der Betrag von Jahreseinnahmen überschritten werden, den Du ohne den Jobverlust bekommen hättest.

Beispiel: Wärst Du nicht gekündigt worden, hättest Du Jahreseinnahmen von 30.000 Euro gehabt. Dein Arbeitsverhältnis endet zum 1. November. Du bekommst daher 25.000 Euro aus dem Arbeitsverhältnis. Durch die Kündigung oder Auflösung hast Du eine Abfindung von 10.000 Euro bekommen. Deine Jahreseinnahmen betragen daher insgesamt 35.000 Euro und übersteigen Deine normalen Einnahmen für dieses Jahr - die Fünftelregelung findet Anwendung.

Wenn also Deine Abfindung und Deine tatsächlichen Jahreseinnahmen zusammen niedriger sind als Deine Jahreseinnahmen, die Du durch den Job voraussichtlich bis zum Ende des Kalenderjahres erzielt hättest, ist die Fünftelregelung nicht anwendbar. Deine Abfindung wird in diesem Fall also regelbesteuert.

Jetzt mit dem FragRobin Online-Rechner die Höhe Deiner Abfindung berechnen!

Muss ich auch Sozialabgaben auf die Abfindung zahlen?

Sozialabgaben fallen auf die Abfindung normalerweise nicht an. Es gibt aber eine  Ausnahme: Wenn Dein Arbeitsverhältnis nach der Kündigung vor Ablauf der Kündigungsfrist endet, gilt die Abfindung als „Ersatzlohn“ für diese Zeit. Dann werden Beiträge zur Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung fällig. Manchmal ist es gar nicht so leicht, die Kündigungsfrist festzustellen. Es gibt nämlich nicht nur die gesetzlichen Kündigungsfristen. In Deinem Arbeitsvertrag können auch längere Kündigungsfristen vereinbart sein. Und wenn für Dich ein Tarifvertrag gilt, können auch dort Kündigungsfristen festgelegt sein. Das alles prüfen Anwälte, wenn sie die Abfindung netto berechnen.

Steht mir überhaupt bei einer Kündigung eine Abfindung zu?

Bevor Du Dir Gedanken über eine Nettoabfindung machst, prüfe zuerst Deinen Anspruch auf die Zahlung einer Abfindung über unseren Abfindungsrechner. Denn generell gibt es kein Recht auf einer Abfindung, aber es gibt durchaus Möglichkeiten für Dich:

Dein Job ist gekündigt worden? Gibt es wenigstens Anspruch auf eine Abfindung? Oder hat Dein Chef eine Abfindung angeboten? Das Allerwichtigste zuerst: Handele nicht unüberlegt! Unterschreibe nicht blindlings einen Aufhebungsvertrag, den Dir Dein Chef / Deine Chefin möglicherweise vorlegen wird! Und schon gar nicht solltest Du jetzt wütend zu Deinem Chef / zu Deiner Chefin gehen um ihm / ihr „einmal ordentlich die Meinung zu sagen“! Alles, was Du jetzt übereilt und ohne Hilfe eines Rechtskundigen tust, verschlechtert nur Deine Chancen.

Ruhig bleiben – aber nicht zu ruhig!

Erstmal in Ruhe nachdenken und eine Nacht drüber schlafen ist eine gute Idee! Aber mehr als eine Nacht sollte es dann wirklich nicht sein! Denn oft ist eine Kündigungsschutzklage der einzige Weg, um den Job zu retten oder eine Abfindung herauszuholen. Und dafür hast Du nicht viel Zeit. Spätestens drei Wochen nach der Kündigung muss die Klage eingereicht werden. Und zwar nicht etwa drei Wochen ab dem Datum, zu dem der Job gekündigt wurde. Sondern drei Wochen ab dem Tag, an dem Du die Kündigung bekommen hast! Deswegen solltest Du Dich schnell bei FragRobin melden. Dein Anwalt wird dann vor der eigentlichen Gerichtsverhandlung versuchen eine Einigung mit Deinem Chef zu erzielen. Hier kann eine Weiterbeschäftigung oder die Zahlung einer Abfindung vereinbart werden.

Kann das Gericht den Arbeitgeber zu einer Abfindungszahlung verurteilen?

In der Regel nicht. Es geht über den eben beschriebenen Umweg. Es gibt aber ein paar Ausnahmen: Bei der sogenannten betriebsbedingten Kündigung, wenn Dein Arbeitgeber also vorgibt, er müsse die Entlassungen aussprechen, weil es dem Betrieb wirtschaftlich sehr schlecht geht, sieht das Kündigungsschutzgesetz einen Anspruch auf Abfindung vor. Oder in größeren Unternehmen wird bei Massenentlassungen mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgehandelt. Wenn das bei Dir der Fall ist, hast Du wahrscheinlich Anspruch auf eine Abfindung. Und dann gibt es noch einen seltenen Sonderfall: Wenn die Kündigung nicht rechtmäßig war und das Gericht meint, dass man Dir aber nicht zumuten kann, für Deinen Chef weiter zu arbeiten. Dann kann das Gericht eine Abfindung festsetzen. An die “Unzumutbarkeit” werden aber recht hohe Anforderungen gestellt, zum Beispiel in Fällen schwerer Beleidigung oder gar körperlicher Gewalt wird man von einer “Unzumutbarkeit” ausgehen.

Macht das Arbeitsamt auch noch Ärger?

Die Abfindung wird nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Aber es droht eine Sperrfrist von zwölf Wochen, wenn Du den Job freiwillig aufgibst. Deswegen solltest Du eher keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben, wenn Du noch keinen neuen Job sicher hast. Bei einer Kündigung droht wegen der Abfindung nur dann Ärger mit dem Arbeitsamt, wenn die Kündigung offensichtlich rechtswidrig ist. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Du als Schwerbehinderter oder als schwangere Frau einen besonderen Kündigungsschutz besitzt. Dann gilt die Abfindung als eine Art Prämie, mit der Dein Einverständnis zur Aufgabe des Jobs erkauft wurde. Es gibt aber auch noch weniger offensichtliche Gründe, die das Arbeitsamt misstrauisch machen können. Schon allein deshalb solltest Du die Kündigung durch einen Anwalt prüfen lassen.

Wir vermitteln für jeden Fall einen passenden Anwalt aus unserem umfangreichen Netzwerk. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen einfach nichts zu machen ist. Dazu gehören zum Beispiel fast immer betriebsbedingte Kündigungen in der Probezeit. Oder auch Kündigungen in Firmen, die so klein sind, dass das Kündigungsschutzgesetz nicht gilt. Das erkennt ein Anwalt aber schon während der kostenlosen Ersteinschätzung. Hier kannst Du bereits die folgenden Fragen abklären:

  • Habe ich Anspruch auf eine Abfindung?
  • Mit wie viel Geld kann ich rechnen?
  • Was bleibt mir davon als Nettoabfindung nach Abzug der Steuern?

 

Und nicht vergessen: Drei Wochen nach Erhalt der Kündigung ist die Klagefrist abgelaufen, dann ist nichts mehr zu machen.

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