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Urlaubsabgeltung

Prüfe jetzt Deinen Anspruch auf Urlaubsabgeltung!

Was bedeutet Urlaubsabgeltung und wann habe ich Anspruch darauf?

Laut Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) steht jedem Arbeitnehmer ein bezahlter Erholungsurlaub zu. Hast Du aufgrund persönlicher oder betrieblicher Gründe keine Möglichkeit gehabt, den (ganzen) Urlaub zu nehmen, kannst Du die Auszahlung der Urlaubstage beanspruchen – allerdings nur dann, wenn Du nicht länger in dem Betrieb beschäftigt sein wirst.

In § 7 BUrlG ist geregelt, dass der Urlaubsanspruch in Form von Freizeit immer Vorrang vor der Abgeltung durch Geld hat. Du hast also nur dann Anspruch auf die Abgeltung, wenn Du den Urlaub nicht nehmen kannst, bevor Dein Arbeitsverhältnis endet. Um den Anspruch durchsetzen zu können, musst Du allerdings den Urlaub erfolglos beantragt oder keine Möglichkeit gehabt haben, den Urlaub tatsächlich zu nehmen. Die Abgeltung wird dann üblicherweise mit dem letzten Gehalt überwiesen.

Generell gilt, dass Urlaubstage mit dem Ende des Kalenderjahres verfallen. Wenn Du den Urlaub aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht nehmen kannst, kann der Urlaubsanspruch in das Folgejahr übertragen werden. Dieser Resturlaub verfällt allerdings, wenn er nicht bis zum 31. März des Folgejahres genommen wird. Somit hast Du auch einen Urlaubsabgeltungsanspruch für Urlaubstage aus dem Vorjahr, wenn Dein Arbeitsverhältnis bis zum 31. März endet.

Bitte beachte, dass in manchen Arbeitsverträgen festgelegt wird, dass der Arbeitnehmer auf die Auszahlung von Urlaubstagen verzichtet, falls der Urlaub nicht genommen werden kann. Dies ist jedoch nicht zulässig. Eine solche Klausel ist nichtig und Du kannst auf die Auszahlung bestehen.

Wie viel Urlaub steht mir gesetzlich zu?

Das Gesetz geht standardgemäß von 24 Urlaubstagen aus - damit sind 24 Werktage gemeint. Das gilt jedoch nur für eine Sechs-Tage-Woche. Denn eine Werktagswoche geht von Montag bis Samstag. Früher wurde häufiger jeden Werktag, also sechs Tage die Woche gearbeitet. Nur der Sonntag war frei. Das ist heute für viele Arbeitsverhältnisse nicht mehr zeitgemäß, man muss daher die Urlaubstage anpassen. Wenn man also den gesetzlichen Jahresurlaub auf einzelne Tage umrechnen möchte, müssen die 24 Tage anteilig angesetzt werden. Dabei ergibt sich Folgendes:

  • Bei sechs Arbeitstagen in der Woche: 4 Wo­chen x 6 Ar­beits­ta­ge = 24 Ar­beits­ta­ge Ur­laub.
  • Bei fünf Arbeitstagen in der Woche: 4 Wo­chen x 5 Ar­beits­ta­ge = 20 Ar­beits­ta­ge Ur­laub.
  • Bei vier Arbeitstagen in der Woche: 4 Wo­chen x 4 Ar­beits­ta­ge = 16 Ar­beits­ta­ge Ur­laub.
  • Bei drei Arbeitstagen in der Woche: 4 Wo­chen x 3 Ar­beits­ta­ge = 12 Ar­beits­ta­ge Ur­laub.
  • Bei zwei Arbeitstagen in der Woche: 4 Wo­chen x 2 Ar­beits­ta­ge = 8 Ar­beits­ta­ge Ur­laub.
  • Bei einem Arbeitstag in der Woche: 4 Wo­chen x 1 Ar­beits­ta­ge = 4 Ar­beits­ta­ge Ur­laub.
  • Bei einem halben Arbeitstag in der Woche: 4 Wo­chen x 1/2 Ar­beits­ta­g = 2 Ar­beits­ta­ge Ur­laub.

Die vertraglichen oder tarifvertraglichen Urlaubstage können abweichen und sind im Arbeitsvertrag bzw. im Tarifvertrag zu finden. Sie sind in der Regel schon dem Umfang der Arbeitszeit angepasst.

In welchem Fall habe ich einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung bei Kündigung?

Urlaubsabgeltung - wann hast Du Anspruch

Wenn Du fristlos gekündigt wurdest, endet Dein Arbeitsverhältnis sofort. Somit hast Du keine Möglichkeit mehr, den Urlaub zu nehmen und kannst die Abgeltung durch finanzielle Mittel einfordern. Wirst Du fristgerecht gekündigt oder hast selbst gekündigt und Dir stehen noch Urlaubstage zu, musst Du zunächst versuchen, den Urlaub zu nehmen. Ist das nicht möglich, weil beispielsweise zu wenig Personal im Betrieb ist oder Du einen kranken Kollegen vertreten musst, kannst Du Dir die Urlaubstage auszahlen lassen. Wichtig ist, dass die Abgeltung nur dann gesetzlich vorgesehen ist, wenn es aus betrieblichen Gründen nicht möglich ist, Dich von der Arbeit freizustellen.

Beispiel: Eine Sekretärin kündigt ihre Stelle zum 30. Juni. Sie hat noch 5 Tage Urlaub und reicht einen Urlaubsantrag für die letzte Juniwoche ein. Da ihre Kollegin im Juni operiert wird, gewährt ihr ihr Chef den Urlaub nicht. Sie kann den Urlaub somit nicht antreten und hat Anspruch auf eine Abgeltung durch Auszahlung.

Wann habe ich Anspruch auf Urlaubsabgeltung bei Krankheit?

Wenn Du noch Urlaubstage hast, diese aber wegen Krankheit nicht nehmen kannst, bevor Dein Arbeitsverhältnis endet, kannst Du die Auszahlung verlangen.

Beispiel: Eine Bäckerin wird von ihrem Chef zum 31. Mai gekündigt. Die 5 Tage Urlaub, die ihr noch zustehen, möchte sie in der letzten Maiwoche nehmen. Eine Woche vor Urlaubsantritt stürzt sie und lässt sich krankschreiben. Da sie in dieser Zeit nun zwar nicht arbeitet, aber auch einen Erholungsurlaub im eigentlichen Sinne nicht antreten kann, hat sie einen Urlaubsabgeltungsanspruch für die 5 Tage. Dass sie sich tatsächlich erholt, ist unwichtig. Die Gründe für die Arbeitsbefreiung müssen getrennt werden.

Bitte beachte bei langjähriger Krankheit, dass die Urlaubstage nach 15 Monaten verfallen, und nicht nur wenn das in dem für Dich geltenden Tarifvertrag vorgesehen ist. Das steht zwar nicht im Gesetz, es wurde jedoch vom Bundesarbeitsgericht so entschieden. Es kommt für den Arbeitnehmer auf das Gleiche hinaus. Bist Du länger krank, kannst Du Dir also höchstens die Urlaubstage auszahlen lassen, die nicht aus dem Jahr vor 15 Monaten kommen.

Ansonsten entsteht der gesetzliche Urlaubsanspruch auch während der Zeit der Arbeitsunfähigkeit. Wird das Arbeitsverhältnis vor dem Ende der Arbeitsunfähigkeit aufgelöst, besteht der Anspruch auf Urlaubsabgeltung.

Wie kann ich die Höhe der Urlaubsabgeltung berechnen?

Der Berechnung der Urlaubsabgeltung werden das durchschnittliche Gehalt der letzten 13 Wochen oder das Monatsgehalt zu Grunde gelegt.
Das Kalenderjahr hat vier Quartale mit jeweils 13 Wochen. Drei Monate entsprechen daher immer fast genau 13 Wochen. Multipliziere Dein Monatsgehalt mit drei oder nimm das Gehalt der letzten 13 Wochen. Das Ergebnis ist Dein Quartalsgehalt. Es ist wichtig, dass Du mit Deinem monatlichen Bruttogehalt rechnest. Das Bruttogehalt ist das Gehalt ohne Abzug von Sozialversicherung und Steuer - der Gegensatz dazu ist das Nettogehalt - also das Gehalt, welches Dir monatlich tatsächlich ausgezahlt wird.

Um das wöchentliche Gehalt zu erhalten, muss das Quartalsgehalt durch 13 geteilt werden. Um das tägliche Gehalt zu erhalten, muss das wöchentliche Gehalt durch die durchschnittlichen Arbeitstage geteilt werden. Das Endergebnis ist der Wert eines Urlaubstages.

Beispiel: Ein Ar­beit­neh­mer ar­bei­tet in Vollzeit an fünf Ta­gen die Wo­che für 3.500,00 EUR brut­to im Mo­nat. Dann beträgt sein Quar­tals­ge­halt 10.500,00 EUR brut­to und sein wöchent­li­ches Ge­halt dem­ent­spre­chend 807,69 EUR brut­to (10.500,00 Quartalsgehalt : 13 Wochen). Sein ar­beitstägli­ches Ge­halt und da­mit der Wert ei­nes Ur­laubs­ta­ges sind da­her 161,54 EUR brut­to (807,69 : 5). Hat der Ar­beit­neh­mer ei­nen An­spruch auf Ur­laubs­ab­gel­tung von 15 Ta­gen, beträgt die Ur­laubs­ab­gel­tung dem­nach (15 x 161,54 =) 2.423,10 EUR brut­to.

Welche Lohnarten werden bei der Berechnung der Urlaubsabgeltung berücksichtigt?

In das durchschnittliche Gehalt zur Berechnung der Urlaubsabgeltung werden folgende Zahlungen einbezogen:

  • Gehaltserhöhungen, die nicht zeitlich begrenzt sind
  • Zulagen (z. B. Gefahren- oder Nachtzulage)
  • Verkaufsprämien und Provision
  • Akkordgehälter
  • Sachzuwendungen (z. B. Verpflegung)

 

Nicht eingerechnet werden allerdings:

  • Kürzungen (z. B. Gehalt bei Kurzarbeit)
  • ausbezahlte Überstunden
  • Einmalzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld)
  • Umsatz- oder Gewinnbeteiligung
  • vermögenswirksame Leistungen
  • Spesen
  • Trinkgeld

Was muss ich sonst noch beachten?

Um den vollen gesetzlichen Urlaubsanspruch zu bekommen, musst Du die gesetzliche Wartezeit erfüllen. Diese beträgt für jedes Kalenderjahr sechs Monate. Das bedeutet, auch wenn Du schon seit Jahren im Betrieb arbeiteten solltest, musst Du im neuen Jahr die ersten sechs Monate abwarten. Endet das Arbeitsverhältnis bereits im ersten Halbjahr eines Kalenderjahres, hast Du nur einen anteiligen Urlaubsanspruch. Viele Arbeits- und Tarifverträge sehen einen ähnliche Regelung vor. Um diesen zu berechnen, teile die gesamten Urlaubstage, die Dir zustehen, durch 12 und multipliziere das Ergebnis mit der Anzahl an Monaten, die Du im Betrieb beschäftigt bist.

Beispiel: Der Arbeitnehmer wird zum 30. April gekündigt, laut Arbeitsvertrag stehen ihm jährlich 24 Urlaubstage zu. Für jeden Monat stehen ihm deshalb zwei Urlaubstage zu (24 Urlaubstage für das gesamte Jahr : 12 Monate). Für vier Monate, in denen das Arbeitsverhältnis noch bestanden hat, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf acht Urlaubstage (4 Monate x 2 Urlaubstage monatlich).

Beachte außerdem, dass eine Abgeltungszahlung auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird. Das bedeutet, Du erhältst für die Anzahl an Tagen, die abgegolten werden, kein ALG.

Wann ist die Urlaubsabgeltung ausgeschlossen?

Häufig ist die Urlaubsabgeltung dann ausgeschlossen, wenn der Anspruch auf den Urlaub verfallen ist. Urlaubstage verfallen nach den gesetzlichen Vorschriften grundsätzlich mit dem Ende des Jahres. Arbeits- und Tarifverträge sehen oft ähnliche Regelungen vor.

Der Urlaub soll nämlich immer im laufenden Kalenderjahr vom Arbeitgeber gegeben und vom Arbeitnehmer genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist ausnahmsweise nur statthaft, wenn dringende betriebliche Gründe dafür sprechen oder Arbeitnehmer den Urlaub nicht antreten kann. Sollte dies der Fall sein, darf der Urlaub auch im nächsten Jahr genommen werden. Allerdings kann der Urlaub aus dem Vorjahr nicht während des ganzen neuen Jahres genommen werden. Der übertragene Urlaub muss in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahres - bis zum 31. März - genommen werden. Nach dem 31. März des Folgejahres verfällt der übertragene Urlaub endgültig. Es kann von dieser Einschränkung wiederum eine Ausnahme geben, wenn der Arbeitgeber sich weigert, dem Arbeitnehmer den Urlaub zu geben - er dürfte sich auf den gesetzlich geregelten Verfall des Urlaubs nicht berufen.
Wenn der Arbeitnehmer nur einen Anspruch auf Teilurlaub hat, weil er zum Beispiel erst nach dem 1. Juli in den Betrieb eingetreten ist, kann er ebenfalls den Urlaub auf das nächste Jahr übertragen. Er muss dies aber vom Arbeitgeber verlangt haben. Der Urlaub muss wie bei den anderen Fällen der Übertragung in den ersten drei Monaten des neuen Jahres genommen werden - sonst verfällt er.

Es kann aber sein, dass Du den Urlaub aufgrund von Mutterschutz oder Elternzeit nicht antreten kannst. Bei Mutterschutzurlaub oder Elternzeit ist es egal, ob Du Dich tatsächlich erholen kannst und den Urlaub gar nicht brauchst. Der Grund für die Arbeitsbefreiung ist bei Mutterschutzurlaub, Elternzeit und normalem Urlaub ein anderer. Sie dürfen nicht vermischt werden. Hat eine Frau ihren normalen Urlaub vor Beginn der Beschäftigungsverbote für den Mutterschutz nicht oder nicht vollständig erhalten, so kann sie nach dem Ende des Schutzes den Resturlaub im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr beanspruchen. Das bedeutet, wenn der Mutterschutz im Jahreswechsel stattfindet, kann die Frau innerhalb des Jahres den automatisch übertragenen Urlaub nehmen. Das Gleiche gilt für denjenigen in Elternzeit. Der Urlaub verfällt demnach nicht in den ersten drei Monaten. Es ist zulässig, den Urlaub auch durch eine geschickte Planung mit Mutterschutzurlaub und Elternzeit über mehere Jahre zu verschieben, ohne dass er verfällt.

Weshalb sollte ich mir juristischen Beistand suchen?

Bei FragRobin kannst Du eine kostenlose Erstberatung von einem Top-Anwalt erhalten. Unsere erfahrenen Partner-Anwälte können Deinen Abgeltungsanspruch genau prüfen und berechnen. Kontaktiere uns und erfahre, wie viel Urlaubsabgeltung Dir zusteht!

Kostenlose Service-Hotline: 0800 800 30 08 (Mo.-Fr. 9:30-18:30 Uhr, gebührenfrei)

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