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Das Testament – was ist das eigentlich?

Mit dem Testament – gerne als letzter Wille bezeichnet – verfügt der Erblasser, was mit seiner materiellen und immateriellen Habe nach dem Tode geschehen soll. Berechtigt ist er dazu, sobald er das 16. Lebensjahr vollendet hat. Er kann seine Verfügungen nunmehr handschriftlich niederschreiben oder sie durch einen Notar zu Papier bringen lassen. Aufbewahrt wird ein solches Testament anschließend bei eben jenem Notar, in den Unterlagen des Betroffenen oder direkt beim zuständigen Erblassgericht. Verzichtet der Betroffene auf das Recht, die Regelung seines Nachlasses zu Lebzeiten eigenständig und freiwillig vorzunehmen, so greift nach dessen Tode die gesetzliche Erbfolge.

Welche verschiedenen Arten des Testamentes gibt es?

Doch Testament ist nicht gleich Testament. So lassen sich mehrere Formen des letzten Willens unterscheiden:

  • Das persönliche Testament: Bei ihm verfasst der Betroffene seine Verfügungen eigenhändig oder durch einen Notar 
  • Das gemeinschaftliche Testament: Bei ihm erstellen Lebensgemeinschaften und Ehepartner gemeinsam ihren letzten Wunsch und setzen sich dabei regelmäßig als Erben ein
  • Geschiedenen-Testament: Eine Form des letzten Willens, die den ehemaligen Lebenspartner bewusst vom Erbe ausschließt
  • Das Berliner Testament: Die Ehepartner setzen sich gegenseitig als Erben ein. Versterben beide, so geht der Nachlass an Dritte über
  • Das Behinderten-Testament: Wird von den Eltern eines geistig oder körperlich eingeschränkten Menschen zu dessen Gunsten erstellt
  • Das Unternehmens-Testament: Bei ihm wird die Fortführung eines Unternehmens nach dem Tode des Eigentümers geregelt. Ebenso ist für eine mögliche Aufteilung des Vermögens zu verfahren

Wann ist ein Testament nicht wirksam?

Ein solches Testament, das regelmäßig eine einseitige Willenserklärung darstellt, kann natürlich formal und inhaltlich zu Fehlern neigen. Ob diese bereits die Unwirksamkeit begründen, ist jedoch im Einzelfall durch das Erblassgericht festzustellen. Gleiches gilt, wenn die Nachlassverfügung gegen ein gesetzliches oder moralisches Verbot verstößt. Der letzte Wille wäre zudem unwirksam, wenn er sittenwidrig verfasst wurde – also etwa dann, wenn durch das Erbe ein ungerechtfertigter Einfluss auf den Erben genommen würde. Rechtlich zulässig ist es dagegen, den Nachlass an Auflagen zu knüpfen. Häufig wird das gegenüber Minderjährigen gemacht, die für den Eintritt der Erbfähigkeit erst die Volljährigkeit erlangen müssten.

Was, wenn das Testament Formfehler aufweist?

Neben den inhaltlichen Anfechtungsgründen, auf die nachfolgend einzugehen ist, kann die Gültigkeit des letzten Willens an die mangelhafte Form geknüpft werden. Demzufolge muss das Testament handschriftlich verfasst und unterzeichnet worden sein. Ebenso ist es möglich, die Wünsche einem vereidigten Notar zur Niederschrift anzuvertrauen. In beiden Fällen ist das Dokument mit der Zeit und dem Ort seiner Erstellung zu ergänzen. Wichtig dabei: Eine maschinelle Bekundung des Willens führt zu dessen Unwirksamkeit. Gleiches gilt, wenn statt des Erblassers oder des Notars eine dritte – nicht befugte – Person das Schriftstück anfertigt.

Was, wenn der Erblasser nicht testierfähig ist?

Ein weiterer Grund der Anfechtung wird darin gesehen, dass der Verfasser zur Zeit der Niederschrift seines letzten Wunsches nicht testierfähig war. Diese Eigenschaft setzt voraus, dass der Betroffene nicht wissen konnte, dass er seinen letzten Willen aufzeichnet und welche Tragweite die dabei festgelegten Verfügungen haben. Er muss folglich in seiner Urteils- und Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt sein. Meist ist das bei chronischen oder akuten geistigen Leiden der Fall. Ob die Testierunfähigkeit vorliegt, lässt sich häufig jedoch erst durch einen psychologischen Gutachter ergründen. Er untersucht, ob der Erblasser zur Zeit der Niederschrift noch nach eigenem Willen handeln und entscheiden konnte.

Was, wenn der Erblasser bei der Testamenterstellung bedroht wurde?

Ein Testament kann Vorteile für einen bestimmten Personenkreis vorsehen. Nicht selten kommt es daher beim Verfassen des letzten Willens zur Einflussnahme sowie zur Bedrohung durch Dritte. Werden durch diese also eigene Interessen verfolgt oder wird dem Erblasser zur Erreichung des Ziels sogar ein empfindliches Übel in Aussicht gestellt, so liegt ein Anfechtungsgrund vor. Die Frage, ob das Dokument den freien Willen des Berechtigten darstellt, kann vielfach jedoch erst durch ein Erblassgericht entschieden werden. Dieser Spruchkörper ist im weiteren Verlauf auch befugt, die Ungültigkeit des Testamentes zu erklären, sofern die Einflussnahme durch Dritte bei der Niederschrift zu umfangreich ausfiel.

Was, wenn Inhalts- und Erklärungsirrtum des Erblassers vorliegt?

Testament anfechten - so geht es richtig

Da das Testament den letzten Willen des Betroffenen widerspiegelt, ist immer auch davon auszugehen, dass dessen Sichtweisen durch falsche Annahmen getrübt waren. So kann er Erklärungen abgeben, die er nicht abgeben wollte. Etwa, weil er sich bei der Niederschrift verschreibt und versehentlich den Namen eines Unbefugten oder eine zu hohe Erbsumme einsetzt. Ebenso, wenn er bei seinen Entscheidungen von irrigen Umständen einer Sachlage ausging. Entscheidend dabei ist die subjektive Sichtweises des Testierers – also die Frage, wie sein tatsächlicher Wunsch ausgesehen hat. Ihn zu ermitteln, ist ebenfalls die Aufgabe des Erblassgerichts.

Was, wenn ein Pflichtteilsberechtigter übergangen wird?

Doch nicht alleine der freie Wille des Erblassers ist für die Zuteilung des verfügbaren Nachlasses entscheidend. Immerhin kennt der Gesetzgeber auch die sogenannten Pflichtteile des Erbes. Ändern sich die familiären Verhältnisse des Testierers nach Erstellung des Testaments, so wird nicht selten ein Pflichtteilsberechtigter übergangen. Etwa, weil das später geborene Kind nicht mehr in den letzten Wunsch aufgenommen wurde. Hier wird gesetzlich vermutet, dass der Erblasser seinen Nachwuchs lediglich irrtümlich unerwähnt ließ – er ihn also nicht bewusst von dem Erbe ausschließen wollte. Wer sich in einem solchen Fall um seinen Anteil gebracht sieht, darf das Testament also anfechten.

Was, wenn der Erblasser an ein früheres Testament oder einen Erbvertrag gebunden ist?

Zwar steht jedem Testierer das Recht zu, ein bereits bestehendes Testament abzuändern oder sogar ein neues zu verfassen. Bei Ehepartnern, die sich gegenseitig in ihrem letzten Willen als Erben einsetzen, ist das jedoch nicht möglich. Hier würde die einseitige Willenserklärung des Nachlasses durch eine wechselbezügliche Verfügung ersetzt. Entsprechend müsste jede der Erklärungen zu Lebzeiten des jeweiligen Partners durch eine notarielle Erklärung widerrufen werden. Ein rechtlicher Vorgang, der durch den Tod eines der beiden Testierer nicht mehr erfolgen kann. Entsprechend wäre der Hinterbliebene an das vorhandene Testament gebunden.

Was, wenn der Erbberechtigte erbunwürdig ist?

Immer wieder kommt es vor, dass ein zum Erbe Berechtigter seinen Anspruch auf den Nachlass verwirkt. Das ist etwa dann der Fall, wenn er den Erblasser tötet oder zu töten versucht. Ebenso, wenn er diesen in einen Zustand versetzt hat, der der Errichtung, der Veränderung oder der Aufhebung des freien Willens entgegenstand. Von dieser Erbunwürdigkeit ist das unberechtigte Erbe zu trennen. Ein solches liegt vor, wenn beispielsweise der versterbende Heimbewohner seinen Pfleger oder eine Krankenschwester als Nachlassempfänger einsetzt. Hierin würde eine ungerechtfertigte Vorteilsnahme aufgrund eines Abhängigkeitsverhältnisses zugunsten von Einzelpersonen oder Einrichtungen gesehen.

Wie kann ich ein Testament anfechten?

Grundsätzlich sind zur Anfechtung lediglich solche Personen berechtigt, die davon profitieren. In der Regel also der gesetzliche oder der testamentarische Erbe. Dieser hat innerhalb der Frist eines Jahres ab Kenntniserlangung des Anfechtungsgrundes die Möglichkeit, dem zuständigen Nachlassgericht seine Anfechtung schriftlich zu erklären oder sie vor Ort zur Niederschrift zu bekunden. Ebenso ist es denkbar, dass eine erkannte Formunwirksamkeit das Testament an sich nichtig werden lässt, eine Anfechtung also nicht mehr erforderlich ist. Im Zweifelsfalle sollte der Berechtigte diese Schritte daher erst mit einem fachkundigen Juristen abklären, um seine eigenen Ansprüche zu wahren.

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