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Inkasso-Brief erhalten?

So solltest Du bei Forderungen eines Inkasso-Unternehmens reagieren!

Was ist ein Inkasso-Brief und warum bekomme ich ihn?

Wurde eine Rechnung nicht bezahlt und der Schuldner zur Zahlung angemahnt, so erhält er in der Regel nach einiger Zeit einen Inkasso-Brief. Diesem Brief des Inkasso-Unternehmens geht zunächst eine Zahlungsaufforderung voraus, in der nochmals eine Frist zur Zahlung eingeräumt wird. Erfolgt auch bis zu diesem Zeitpunkt keine Zahlung, so wird eine erste Mahnung versandt. Diese stellt neben der ursprünglichen Hauptforderung noch zusätzliche Mahngebühren (bis zu 5,00 Euro) in Rechnung und nennt erneut eine letzte Zahlungsfrist. Wird auch jetzt nicht gezahlt, so gibt der Gläubiger die Forderung an ein Inkasso-Unternehmen ab.

Die Inkasso-Firma übernimmt nun das Eintreiben des Geldes und stellt neben der bisherigen Forderung samt Mahngebühr noch zusätzliche Inkassogebühren in Rechnung. Daher ist die nunmehr zu zahlende Forderung höher als die ursprüngliche. Zu beachten ist außerdem, dass mit dem Erhalt des Inkasso-Briefs die Zahlungen an die Inkasso-Firma zu leisten sind, nicht also an den ursprünglichen Gläubiger. Die Inkasso-Firma ist zudem der einzige Ansprechpartner wenn es zum Beispiel um einen Widerspruch gegen eine unberechtigte Forderung geht.

Was sollte ich bei Erhalt eines Inkasso-Briefs tun?

Ganz wichtig ist, dass Du überhaupt handelst und den Inkasso Brief nicht ignorierst. Andernfalls können eine gerichtliche Mahnung und später eine Vollstreckung drohen.

Zunächst solltest Du anhand eigener Unterlagen prüfen, ob die Inkasso-Forderung tatsächlich besteht und auch der Höhe nach gerechtfertigt ist. Das heißt Du solltest Dich zum Beispiel fragen, ob Du wirklich bei dem angegebenen Versandhaus - also dem Gläubiger - bestellt und die Rechnung nicht bezahlt hast. Hast Du die Ware vielleicht zurückgeschickt und ist somit eigentlich gar kein Rechnungsbetrag mehr offen?

Solltest Du keine Anhaltspunkte für die Inkasso-Forderung finden, ist es am besten, das Inkasso-Unternehmen zu kontaktieren und Nachweise für das Bestehen der Forderung anzufordern.

Auch wenn Du nach Prüfung Deiner Unterlagen feststellst, dass die Inkasso-Forderung nicht oder nicht in der angegebenen Höhe besteht, solltest Du auf jeden Fall reagieren und Widerspruch gegen die Inkasso-Mahnung einlegen.

Reagierst Du nicht, so folgt im Normalfall noch ein zweiter Inkasso-Brief, in dem nicht selten der Zahlungsaufschub (Stundung) oder eine Ratenzahlung angeboten wird. Anschließend wird die Inkasso-Forderung aber an das Mahngericht weitergegeben.

Was sollte ich bei einer unberechtigten Forderung tun?

Inkasso-Brief: Widerspruch einlegen

Sollte die Inkasso-Forderung entweder nicht bestehen oder der Höhe nach nicht richtig sein, muss Du schnellstmöglich Widerspruch einlegen. Im Inkasso-Brief sind Kontaktdaten angegeben, um das Inkasso-Büro zu informieren. So kannst Du unter Angabe des Aktenzeichens (sehr wichtig, damit Dein Anliegen schnell zugeordnet und bearbeitet werden kann) die Gründe für Deinen Widerspruch gegen die Forderung schildern. Das kann z. B. bedeuten, dass Du erklärst, dass Du den Artikel bereits fristgerecht bezahlt hast. Vergiss nicht, hierfür entsprechende Nachweise anzufügen (z. B. einen Kontoauszug). Dabei ist es außerdem nicht schlimm, wenn du den Begriff “Inkasso-Widerspruch” nicht verwendet hast. Es reicht aus, wenn deutlich wird, dass du die Forderung in dieser Höhe oder dem Grunde nach bestreitest.

Das Inkasso-Büro wird Deinen Widerspruch dann prüfen und diesbezüglich ggf. den Gläubiger kontaktieren. Dies kann einige Tage in Anspruch nehmen. Anschließend wird man sich erneut an Dich wenden und den Inkasso-Widerspruch verwerfen oder die Inkasso-Forderung der Höhe oder dem Grunde nach korrigieren.

Was sollte ich bei einer berechtigten Forderung tun?

Solltest Du nach Prüfung Deiner Unterlagen feststellen, dass die Inkasso-Forderung wohl berechtigt ist, ist es am besten, wenn Du den ausstehenden Betrag (vollständig) begleichst. Dabei muss das Geld unbedingt bis zu dem im Schreiben angegebenen Datum auf dem Konto des Inkasso-Büros eingehen.

Sollte eine (vollständige) Zahlung nicht möglich sein, solltest Du das Inkasso-Büro darüber in Kenntnis setzen. Schildere Dein Anliegen und bitte darum, den Betrag in Raten zahlen zu dürfen.

Viele Inkasso-Unternehmen haben heute schon im Internet entsprechende Formulare oder Plattformen bereitgestellt. Dort können unter Angabe des Aktenzeichens und eines (häufig im Inkasso-Brief angegebenen Passwortes) Zahlungsaufschub oder Ratenzahlung vereinbart werden. Wichtig ist natürlich auch hier, dass die Raten oder der gestundete Betrag dann pünktlich bezahlt werden!

Was passiert, wenn ich nicht auf den Inkasso-Brief reagiere?

Du hast die Wahl, Widerspruch gegen den Inkasso-Brief einzulegen oder den Betrag zu zahlen. Wenn Du gar nicht auf das Schreiben reagierst, musst Du damit rechnen, dass die Sache an ein Gericht übergeben und das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet wird.

Zunächst wird das Inkasso-Büro Dich in der Regel noch einmal zur letzten außergerichtlichen Zahlung auffordern. Anschließend wird die Forderung aber beim Mahngericht geltend gemacht. Dazu kann in einem vereinfachten Verfahren durch den Gläubiger das Bestehen des Anspruchs geschildert werden. Dann ergeht durch das Gericht ein Mahnbescheid. Dann hast Du grundsätzlich zwei Wochen Zeit, um entweder Einspruch einzulegen oder den Betrag zu zahlen.

Legst Du Einspruch ein, kommt es zu einer mündlichen Verhandlung bei Gericht. Zahlst du den Betrag, so wird das Verfahren beendet. Zu beachten ist allerdings, dass sich die ohnehin schon höhere Inkasso-Forderung jetzt noch um weitere Kosten, wie z. B. Anwalts- oder Gerichtskosten, erhöht.

Reagierst Du auch auf diesen Mahnbescheid weder mit Zahlung noch mit Einspruch, so ergeht ein Vollstreckungsbescheid. Die offene Forderung wird nun im Wege der Zwangsvollstreckung eingetrieben und beglichen.

Was ist mit den Inkassogebühren?

Grundsätzlich gilt: Zahlt der Schuldner nicht, so kommt er in Verzug. Dies gilt, wenn der Schuldner zuvor zur Zahlung gemahnt wurde oder aber, wenn für die Zahlung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt war. Die Inkassogebühren sind dann grundsätzlich vom Schuldner als Verzugsschaden zu zahlen. Diese Zahlungspflicht gilt allerdings nicht unbegrenzt. Verzugszinsen dürfen mit 5-Prozentpunkten über dem Basiszinssatz geltend gemacht werden. Da der Basiszinssatz momentan (Stand: April 2017) negativ ist: - 0,88 %, beträgt der Verzugszinssatz 4,12 %.

Inkassokosten können bis zu der Höhe verlangt werden, die auch durch Beauftragung eines Rechtsanwalts entstanden wären. Versand- oder Schreibkosten können mit bis zu 20 % der Inkassogebühr, höchstens aber mit 20,00 Euro geltend gemacht werden.

Wann benötige ich anwaltlichen Rat?

Sobald eine Inkasso-Forderung an das Mahngericht weitergegeben wird, empfehlen wir Dir, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Auch wenn Du einen Brief von einem unseriösen Inkasso-Unternehmen erhältst, das Dir irrwitzige Forderungen in Rechnung stellt, kann anwaltlicher Rat wichtig sein.
FragRobin bietet Dir einen kostenlosen Erstberatungstermin bei einem Rechtsanwalt in Deiner Nähe. Ruf uns einfach an: 0800 800 30 08 (gebührenfrei)

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