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Privatinsolvenz-Ablauf

Prüfe jetzt, wie Du von Deinem Schuldenberg runterkommst!

Was ist eine Privatinsolvenz?

Als Privatinsolvenz bezeichnet man ein Verfahren, durch das überschuldete Personen nach bestimmten Regeln ihre Schulden begleichen und am Ende von den restlichen Schulden befreit werden. Die Privatinsolvenz, auch Verbraucherinsolvenzverfahren genannt, gibt Menschen die Möglichkeit eines finanziellen Neustarts. Wenn Du nach einer Pleite was tun möchtest, könnte dieses Verfahren auch für Dich in Frage kommen.

Eine kurze Zusammenfassung des Privatinsolvenz-Ablaufs:

  • Versuch der außergerichtlichen Einigung mit den Gläubigern
  • Stellung des Antrages beim Insolvenzgericht
  • Gerichtliche Schuldenbereinigung
  • Wohlverhaltensphase
  • Restschuldbefreiung nach 3 bis 6 Jahren

Wer kann eine Privatinsolvenz beantragen?

Grundsätzlich können natürliche Personen, das heißt, jeder Erwachsene über 18 Jahren, ein Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnen. Voraussetzung ist allerdings, dass Zahlungsunfähigkeit besteht. § 17 Abs. 2 der Insolvenzordnung definiert dies folgendermaßen: „Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.“

Auch Selbstständige können Privatinsolvenz beantragen; allerdings nur, wenn sie bei nicht mehr als 20 Gläubigern gegenüber Schulden haben. Auch Verbindlichkeiten aus Arbeitsverhältnissen gegenüber Arbeitnehmern, beispielsweise nicht bezahlte Gehälter, stehen einem solchen Verfahren entgegen.

Rechtliche Hilfe zum Privatinsolvenz-Ablauf gibt es hier!

Wie stelle ich den Antrag auf Privatinsolvenz?

Zunächst ist es für Schuldner unerlässlich, sich Rat bei einem Profi zu suchen. Hierfür bieten sich anerkannte Schuldnerberatungsstellen, Notare, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer an. Vor allem aber sind es Rechtsanwälte, die in einem solchen Verfahren eine entscheidender Hilfe sein können. Bei FragRobin erhältst Du die Möglichkeit, eine kostenlose Erstberatung in Anspruch zu nehmen.

Für die Beantragung sind folgende Schritte zu absolvieren:

a) Es muss eine außergerichtliche Schuldenbereinigung versucht werden.

Hierzu stellt der Schuldner alle Forderungen bei allen Gläubigern zusammen. Hinzu kommt ein Vorschlag des Schuldners an die Gläubiger, wie er die Schulden begleichen könnte bzw. eine Bitte um Erlass der Schulden. Dieser Schuldenbereinigungsplan dann allen Gläubigern mit der Bitte um eine außergerichtliche Einigung vorgelegt. Der außergerichtlichen Einigung müssen die Gläubiger aber nicht zustimmen.

Beispiel: Andi hat bei verschiedenen Versandhäusern Schulden im Wert von insgesamt 30.000 Euro. Die monatlichen Raten kann er einfach nicht mehr begleichen. Von einem Rechtsanwalt lässt er sich beraten und entscheidet gemeinsam mit diesem, eine außergerichtliche Schuldenbereinigung anzustreben. Zusammen mit seinem Rechtsanwalt erstellt er eine Aufstellung aller Schulden und versendet diese an alle Versandhäuser mit der Bitte, ihm seine Schulden ganz oder anteilig zu erlassen.

b) Die außergerichtliche Schuldenbereinigung muss gescheitert sein.

Die Gläubiger lassen sich nicht auf den Vorschlag des Schuldners zur Rückzahlung ein. Eine entsprechende Bestätigung muss von der beratenden Stelle oder Person (z. B. einem Rechtsanwalt) ausgestellt werden. Schon die Ablehnung der Einigung nur eines Gläubigers reicht aus.

c) Stellung des Insolvenzantrages an das zuständige Insolvenzgericht

Der Insolvenzantrag muss Folgendes enthalten:

  • Bescheinigung über gescheiterte außergerichtliche Einigung
  • Antrag auf Restschuldbefreiung
  • Schuldenbereinigungsplan
  • Vermögensübersicht und/oder Vermögensverzeichnis
  • Verzeichnis der Gläubiger und aller offenen Forderungen

Außerdem kann, insbesondere von Hartz-IV-Empfängern, ein Stundungsantrag gestellt werden. Dies bedeutet, dass die Verfahrenskosten nicht vor Eröffnung des Verfahrens, sondern auch währenddessen oder am Ende der Privatinsolvenz (in Raten) gezahlt werden können.

Wie genau ist der Privatinsolvenz-Ablauf?

Zunächst werden, nachdem der Antrag eingereicht wurde, vom Gericht die Erfolgsaussichten geprüft. Dann beginnt das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren: das pfändbare Vermögen des Schuldners wird verwertet, der Erlös wird unter den Gläubigern verteilt. Die Privatinsolvenz im Ablauf wird von einem Insolvenzverwalter betreut, einer Person, die das gesamte Verfahren überwacht.

Nun beginnt die längste Phase im Ablauf der Privatinsolvenz: die Wohlverhaltensperiode. In dieser Zeit wird das pfändbare Einkommen des Schuldners (also das Gehalt, das über einer bestimmten Grenze liegt) vom Insolvenzverwalter eingezogen und den Gläubigern nach Abzug der Verfahrenskosten übermittelt.

In dieser Zeit muss der Schuldner

  • jede angemessene Erwerbstätigkeit annehmen.
  • sich um eine Erwerbstätigkeit bemühen.
  •  dem Insolvenzgericht und dem Insolvenzverwalter Wohnsitz- und Arbeitsplatzwechsel mitteilen.
  • Erbschaften zur Hälfte an den Insolvenzverwalter herausgeben.

Werden alle oben genannten Auflagen erfüllt, kommt es nach einer Zeit von sechs Jahren zur Restschuldbefreiung. Werden innerhalb von drei Jahren 35 % der Schulden und die Verfahrenskosten beglichen, kann die Restschuldbefreiung auch schon früher eintreten. Werden innerhalb von fünf Jahren die Verfahrenskosten gezahlt, ist es möglich, die Restschuldbefreiung schon zu diesem Zeitpunkt zu erwirken. Kommt es vor Ablauf der sechs Jahre zu einer Änderung in den Vermögensverhältnissen des Schuldners oder die Gläubiger stimmen einem Einigungsvorschlag zu, kann ein Insolvenzplanverfahren eingeleitet werden. In diesem Fall würde die Privatinsolvenz in ihrem Ablauf erheblich verkürzt.

Welche Folgen hat die Privatinsolvenz für mich?

Mit Folgendem musst Du im Falle einer Privatinsolvenz leben:

  • 6 Jahre lang wird Dein Gehalt gepfändet (allerdings nur bis zur Pfändungsgrenze, sodass Du auf jeden Fall noch Deinen Lebensunterhalt finanzieren kannst)
  • Dein Arbeitgeber wird informiert
  • Du kannst keine Ratenkäufe tätigen
  • Ein negativer Schufa-Eintrag wird erstellt
  • Die Privatinsolvenz hat Kosten
  • Der Schufa-Eintrag könnte Vertragsabschlüsse erschweren

Aber:

  • Du erhältst die Möglichkeit, finanziell neu anzufangen
  • Du wirst von Deinen Schulden befreit
  • Deine Konten können nicht gepfändet werden
  • Der Gerichtsvollzieher wird Dich nicht mehr aufsuchen

Wie hoch sind bei einer Privatinsolvenz die Kosten?

Die Gerichtskosten sind abhängig vom pfändbaren Vermögen, variieren also sehr stark. Der Insolvenzverwalter erhält für seine Tätigkeiten 15 % des Wertes der Insolvenzmasse und einen prozentualen Anteil an allen Zahlungen, die er ausführt. Insgesamt sind die Privatinsolvenz Kosten meist überschaubar.

Muss ich zusätzlich etwas beachten?

Schulden aus Unterhalts- und Steuerangelegenheiten werden nicht durch die Restschuldbefreiung getilgt. Um das Verfahren möglichst schnell einzuleiten und abzuschließen, solltest Du Dir auf jeden Fall Hilfe bei einem Fachmann suchen.

FragRobin ermöglicht Dir eine kostenlose Erstberatung bei einem Top-Anwalt! Ruf uns an und vereinbare einen kostenlosen und unverbindlichen Erstberatungs-Termin bei einem erfahrenen Rechtsanwalt in Deiner Nähe:

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