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Grenzbaum

Alles zu Deinen Rechten

Wenn Nachbars Baum im Weg ist – so kannst Du die Grenzbäume beschneiden lassen

Überhängende Äste nehmen Dir das Sonnenlicht, Wurzeln kommen Deinem Blumenbeet gefährlich nahe – für nachweisliche Schäden durch einen Grenzbaum kannst Du Entschädigung verlangen oder den Baum stutzen. Doch bevor Du zur Säge greifst, musst Du ein paar Regeln beachten. Besonders heikel wird es, wenn der Baum direkt auf der Grenze steht.

Einen halben Meter – so viel Abstand sollten Gewächse mit einer Wuchshöhe von weniger als zwei Metern zum Nachbargrundstück haben. Grundsätzlich gilt: Je näher sich Baum, Strauch oder Hecke an der Grenze befinden, desto kürzer müssen sie gestutzt werden. Genauere Abstände regeln die Nachbarrechtsgesetze der Bundeslänger – sie können in der Gemeinde eingesehen werden.

Doch auch bei ausreichendem Abstand zur Grundstücksgrenze wächst nicht jeder Baum so, wie der Nachbar es gerne hätte. Mitunter hängen Zweige und Äste über die Grenze, Obst, Laub und Nadeln landen auf dem Nachbargrundstück und stören die Pflege des eigenen Reichs erheblich.

Darf ich selbst Grenzbäume beschneiden?

Grundsätzlich schon. Aber: Ragen Ästen des grenznahen Nachbarbaums über den Gartenzaun und hängen über Dein Grundstück oder graben sich Wurzeln ihren Weg unter dem Zaun hindurch auf Dein Terrain, solltest Du zuerst einmal mit Deinem Nachbarn sprechen. So will es auch der Gesetzgeber: "Der Eigentümer eines Grundstücks kann Wurzeln eines Baumes oder eines Strauches, die von einem Nachbargrundstück eingedrungen sind, abschneiden und behalten. Das Gleiche gilt für herüberragende Zweige, wenn der Eigentümer dem Besitzer des Nachbargrundstückes eine angemessene Frist zur Beseitigung bestimmt hat und die Beseitigung nicht innerhalb der Frist erfolgt", heißt es in Paragraf 910, Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Das gilt aber nur, wenn Dich Äste oder Wurzeln beeinträchtigen – zum Beispiel, indem sie Deinem Gemüsebeet das Licht nehmen oder den Terrassenboden oder die Abflussrohre beschädigen. So heißt es denn auch in Absatz 2 weiter: "Dem Eigentümer steht dieses Recht nicht zu, wenn die Wurzeln oder die Zweige die Benutzung des Grundstücks nicht beeinträchtigen." Zur Prüfung der tatsächlichen Beeinträchtigung ziehst Du am besten einen Sachverständigen zurate. Einen erfahrenen Gutachter findest Du in unserem Netzwerk – er berät Dich über Deinen Beseitigungsanspruch.

Bei der Fristsetzung gilt übrigens: Die üblichen vier bis sechs Wochen greifen nicht immer. So kannst Du zum Beispiel nicht verlangen, dass der Baum zu einem Zeitpunkt gestutzt wird, an dem es ihm schadet.

Fachmann beschneidet Überhang fachgerecht

Reagiert Dein Nachbar aber gar nicht auf die von Dir gesetzte Frist, hast Du das Recht, die überhängenden Äste oder Wurzeln selbst zu entfernen, sofern Du die Pflanze nicht schädigst. Dabei darfst Du aber nur stutzen, was sich tatsächlich auf Deiner Seite des Grundstückes befindet. Auch darfst Du das Grundstück Deines Nachbarn nicht betreten, um den Überhang zu beseitigen. Diese Arbeit darfst Du dem Baumeigentümer sogar in Rechnung stellen – vorausgesetzt, Du hast den Baum oder Strauch fachgerecht zurückgeschnitten. Aber Achtung: Trägt die Pflanze einen Schaden davon, kann der Eigentümer für den Grenzbaum eine Entschädigung von Dir verlangen. Deshalb lasse lieber den Fachmann bekommen, bevor Du selbst zu Säge oder Schere greifst.

Achtung: Anspruch auf Rückschnitt kann verjähren

In den meisten Bundesländern verjährt der Anspruch auf Beseitigung oder Rückschnitt innerhalb von zwei bis fünf Jahren. Wichtig ist: In einigen Bundesländern beginnt die Frist mit dem Zeitpunkt der Pflanzung, in anderen erst, wenn die zulässige Maximalhöhe überschritten wurde. Auch läuft die Frist weiter, wenn der Eigentümer wechselt. Wenn Du also ein Grundstück kaufen möchtest und Dir die hohen Nachbarsbäume das Licht stehlen, kannst Du später nicht ohne Weiteres deren Rückschnitt verlangen. Deshalb prüfe vor dem Kauf, ob Du solche Ansprüche geltend machen kannst oder ob sie bereits verjährt sind.

Steht der Stamm auf der Grenze, gelten besondere Regeln

Ein Baum, dessen Stamm direkt auf der Grundstücksgrenze steht, unterliegt speziellen Regelungen. Er gehört beiden Nachbarn zu gleichen Teilen. So kann sich jeder Nachbar an den Früchten bedienen, aber auch verlangen, dass der Baum gefällt wird. Zwar muss der andere Nachbar seine Zustimmung geben, kann die aber nur verweigern, wenn er dafür triftige Gründe vorbringen kann. Achtung: Greifst Du ohne die nachbarliche Zustimmung zur Axt, musst Du für den Grenzbaum Schadensersatz zahlen. Verweigert Dein Nachbar dagegen seine Zustimmung, kannst Du die gerichtlich einklagen.

Das Holz des gefällten Baumes gehört dann Euch beiden – jeder Nachbar kann die Hälfte des Stammes verwenden. Aber auch die Kosten der Fällaktion tragt Ihr beide gemeinsam. Ausnahme: Der Grenzbaum stört Dich nicht und Du verzichtest auf Deinen Anteil am Gehölz – dann musst Du auch die Kosten nicht tragen.

Ist Dir der Baum in Nachbars Garten oder auf Deiner Grundstücksgrenze also ein Dorn im Auge, gibt es einiges zu beachten. Einfach zu Axt oder Säge greifen solltest Du keinesfalls. Stattdessen hilft meist schon das Gespräch mit dem Nachbarn. Bringt das nichts, hilft Dir der Fachanwalt, Deine Rechte zu wahren. Fordere jetzt Deine kostenlose Ersteinschätzung an und ein erfahrener Jurist aus unserem Netzwerk erklärt Dir, wie Du am besten vorgehst, um das unliebsame Gehölz loszuwerden. Und wenn der Baum doch nicht so sehr stört, hast Du vielleicht noch was davon: Denn alle Früchte, die auf Dein Grundstück fallen, kannst Du laut Paragraf 911 BGB getrost aufheben und essen – sie gehören Dir.

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